Lothar Kühne (ehemals Major und Offizier für kulturpolitische Arbeit im Stab
des PiBB Mukran / BE ") E-Mailadresse Nr.: 17

28.8.2007

Sehr geehrter Herr Bemmann,
Ihr visuelles Museum erinnert an vieles. Leider kann ich nicht mit Fotos oder anderen Erinnerungsstücken dienen. Erinnerungen habe ich allerdings jede Menge. Am 02.01.1982 war ich verantwortlicher Kolonnenführer für einen Kfz- Marsch von Prenzlau (PiBB 32) nach Prora (künftiges PiBB Mukran und angeschlossener Baueinheit 2). Eventuell interessiert auch diese Sicht der Geschichte. Sollten Sie mit meinem Namen nichts anfangen können, eventuell erinnern Sie sich an die Kulturgruppe - zum 40.Jahrestag der DDR wurde sie durch den "Chef Pionierwesen im Ministerium für Nationale Verteidigung" und den "Leiter des Politorgans für die dem Ministerium direkt unterstellten Einheiten und Einrichtungen" ausgezeichnet. Ich bin heute noch stolz, daß mir dies gelang.
Auch wenn Sie sich nicht melden sollten, diese Seiten werden ich weiterhin besuchen.
Mit freundlichen Grüßen
Lothar Kühne (ehemals Major und Offizier für kulturpolitische Arbeit im Stab des PiBB Mukran / BE ")

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28.8.2007

Hallo Herr Bemmann,
mit einer so schnellen Antwort hatte ich wirklich nicht gerechnet. Vielen Dank!
Natürlich bin ich mit Ihrem Ansatz (fair und gleichberechtigt) völlig einverstanden. Immerhin waren wir Angehörige einer Einheit und als „feindliche“ Seite habe ich mich nie gesehen. Andere Ansichten und Standpunkte waren und sind völlig legitim und normal. Auch zwischen „normalen“ Grundwehrdienstlern und den Berufssoldaten gab es wohl kaum echte „Liebesbeziehungen“. Soweit zum Ausgangspunkt.
Wie bereits im ersten Schreiben erwähnt, kam ich von Prenzlau kommend mit der W-50- Kolonne am 02.01.82 im neuen Standort Prora an. Dieses Vorkommando übernahm den Block V vom Fallschirmjägerbataillon „Willi Sänger“. Mein Dienst im künftigen Pionierbaubataillon Mukran dauerte bis zu seiner (fast) völligen Selbstauflösung im Jahr 1990. Wir haben uns also (wenn sicher unbewusst) ganz bestimmt mehr als einmal gesehen. Sollten Sie die Bibliothek oder den Buchverkauf genutzt haben, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit um ein Vielfaches.
Bei der Gestaltung (inhaltlich) der Internetseite bin ich gern behilflich. Immerhin kann ich sagen, dass ich der einzigste Offizier im Bataillon war, der vom ersten bis (fast) letzten Tag seines Bestehens dort Dienst tat. Aus diesem Grund ist es auch gar nicht so einfach, in Kurzform die Jahre seines Bestehens und seine Bedeutung für den Bau des Fährhafens Mukran zu umreißen. Für mich ist es im Nachhinein interessant zu erfahren, wie wir als Vorgesetzte gesehen wurden und wie die Geschichte aus einem anderen Blickwinkel gesehen wird. So habe ich sehr aufmerksam den „Prinzen“ gelesen und auch die neuerlichen Artikel über die Erhaltung des Klubraumes als Gedenkstätte verfolgt. Dort wurde ich auch hinsichtlich der Internetseite fündig.
Wie stellen Sie sich die weitere Zusammenarbeit konkret vor? Eine umfassende Schilderung meines Dienstes im PiBB / BE-2 oder Stellungnahmen / Kommentare zu einzelnen Seiten?
Die Chronik des Bataillons und auch wesentliche Bestandteile des Traditionszimmers wurden übrigens nach Storkow in die dortige Dienststelle der Bundeswehr überführt. Ihr damaliger Kommandeur wollte das Material für die Dokumentation der Geschichte der Pioniertruppen verwenden. Eventuell haben Sie ein wenig Glück und könnten dort noch Fotomaterial erhalten.
Von Ihren ehemaligen Vorgesetzten sind nur noch relativ wenige auf der Insel. Die meisten sind nach den gesellschaftlichen Veränderungen auf das Festland abgewandert. Falls es Sie interessiert, könnte ich den einen oder anderen von den noch auf der Insel Weilenden kontaktieren und so versuchen, den Kontrast der damaligen Zeit zu schärfen. Spontan fallen mir ein: Oberstleutnant Gampe (Kommandeur BE-2), Oberstleutnant Heine (sein Politstellvertreter), Hauptmann Porath (Kompaniechef), Oberleutnant Störzel (Kompaniechef), Hauptmann Lenz (Politstellvertreter Kompanie). Darüber hinaus wären dann noch Vorgesetzte des PiBB von Interesse, denn meiner Meinung nach kann man beide Einheiten in der Realität nicht trennen wie auf dem Papier.
Ich freue mich auf die künftige Zusammenarbeit und verbleibe mit freundlich Grüßen
Lothar Kühne
 

zurueck27

Lothar Kühne

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